1. September 2009 | 11:39 | Geschrieben von Kirsten

„Frauenarbeit“ auf dem Hof

Auf dem Hof stehen jederzeit eine Vielzahl von Arbeiten und Tätigkeiten an.IMG_5929 Und auch wenn es insbesondere auf der Baustelle Arbeiten gibt die hauptsächlich von männlichen Helfern und Mitarbeitern ausgeführt werden und welche, die meistens von den Frauen erledigt werden, muss doch eigentlich jeder alles machen. Nämlich immer das was gerade ansteht.

Aus eigener Erfahrung weiß ich: Die Armmuskulatur wächst mit jedem Zaunpfahl, den man mit dem Vorschlaghammer in den Boden schlägt und obendrein spart man dabei das Geld fürIMG_0163s Fitness-Studio. Dass es mal wieder etwas mehr war, merkt man dann meistens am Abend, wenn man Muskelkater an Stellen verspürt, an denen man bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal mehr Muskeln vermutet hätte. Hinzu kommt, das man ganz gut beraten ist, wenn man sich schon morgens vor dem Aufstehen mit dem Worten „Man (Frau) wächst mit seinen Aufgaben“ versucht zu motivieren.

So war auch jetzt wieder die Geburt und Aufzucht unserer Ferkel eine ganz neue Erfahrung und zugleich Herausforderung für uns. Meine letzte IMG_5883Erfahrungen mit der Aufzucht von Ferkeln liegen über 20 Jahre zurück und auch wenn ich an die Erlebnisse im Schweinestall des damaligen Nachbar-Bauernhofs viele schöne Erinnerungen habe, ist die tatsächliche Praxiserfahrung in diesem Bereich im Laufe der dazwischen liegenden Jahre doch etwas in Vergessenheit geraten.

Also musste alles wieder neu erlernt werden. Immer wieder schön, wenn man dabei Unterstützung hat. Denn schon einen Tag nach der Geburt stand bei den Ferkeln das Schneiden der Zähne an. Spätestens nachdem man die spitzen Ferkelzähne an seinen eigenen Fingern gespürt hat, weiß man, das dies dem Gesäuge der Sau nicht auf Dauer gut tun kann. Deswegen haben wir die Milchzähne etwas gekürzt, damit Joulante ihren 9 Ferkel starken Nachwuchs ohne Verletzungen übeIMG_5937rsteht.

Da Ferkel in den ersten Tagen meist unter Eisenmangel leiden, haben wir uns dazu entschlossen, ihnen einmal Eisen zu spritzen. Unsere Tierärztin kam dafür auf den Hof. Aber nachdem die erste Spritze quasi zu „Vorführungszwecken“ von ihr gesetzt wurde, mussten wir bei den anderen Ferkeln selbst die Spritze setzen. So wurden unter „fachmännischer“ Aufsicht und mit prüfendem Blick von ihr von uns die nächsten Eisen-Spritzen gesetzt.

IMG_5891Unsere nächste Bewährungsprobe bei den Ferkeln steht in ca. 4 Wochen an. Denn dann müssen die männlichen Ferkel kastriert werden. Aber aufgrund der Tatsache, das bei dem Wurf sechs Sauferkel und „nur“ drei Eberferkel dabei sind, ist das doch fast eine Kleinigkeit! Und die „Nachwuchs-Kräfte“ sind ja schon bereit…!